Hilfe, ich muss immer helfen!

Vom Opfer zur Tat.

Kennen Sie das? Immer wieder hören wir um uns verschiedene Stimmen, gleicher Ausprägung: „Ich muss immer helfen, aber mir hilft ja keiner...!“ oder „ich muss immer alles erledigen, die Anderen machen ja nichts...“

Der Grund ist durchschaubar. Als Kind hat man uns darin gefördert, anzuerkennen was gut und „sauber“ erledigt wurde. Geliebt wurden wir in erster Linie dafür, etwas gut zu machen, aber nicht unserer Selbst willen. Fortan liegt der Fokus aller Bemühungen, Vieles in kürzester Zeit zu erledigen. Dafür waren wir angesehen, weil wir unkompliziert waren. Tenor. „Ach... ist das ein braves Kind...!“

Sind diese Kinder nun erwachsen, halten sie an dieser Strategie fest. Sie hilft uns, tut uns aber nicht gut. Und es gibt eine weitere Seite der Medaille. Im Laufe der Zeit erkennen diese Menschen, dass die gute, gründliche und nahezu perfekte Erledigung der Arbeit ein gewisses Machtpotenzial inne hat. Denn wenn wir alles schneller und gründlicher machen als Andere, haben wir es eben „besser“ gemacht und stellen uns über den Anderen. Dieser kann uns nun nichts „nachweisen“! Diese Vorgehensweise verstärkt unser Verhalten. Solange, bis wir nicht mehr können.

Wie wir verändern...

Veränderung gelingt dann, wenn wir uns selbst eingestehen, dass wir neben dem Opfer gleichzeitig auch Täter sind. Das uns das Muster aus der Kindheit zu einer Lebensstrategie verholfen hat, die uns nicht gut tut. Ändern wir diese Strategie, darf auch Entlastung folgen. Wir müssen nicht immer nur helfen, dürfen uns auch zurücklehnen und Andere machen lassen. Dies erfordert die Wider-Integration alter Gefühle: Geliebt zu werden, so wie wir sind.