Krebs - Seinem Selbst entfremdet.

Krebserkrankungen sind heute die zweithäufigste Todesursache. Die Öffnung der einzelnen Krebszellen enthüllt uns die zugrunde liegende Thematik. Auf der Körperebene wird verdeutlicht, dass hier jemand von seinem ureignen Lebensweg abgekommen ist. Krebs gehört schulmedizinisch nicht zu den anerkannten psychosomatischen Krankheiten. Aber es gibt viele Hinweise aus sozial-systemischer Sicht, die darauf deuten lassen, dass sich das soziale Umfeld, aus dem der krebskranke Mensch kommt und wie er mit den Dingen die dort vorfallen umgeht, eine Auswirkung auf diese Krankheit haben.

Hinter der äußerlichen Angepasstheit erscheint eine gewisse Hoffnungslosigkeit und Bedrückung. Wichtige eigene Bedürfnisse (Freiheit, Ruhe, sexuelle Befriedigung, mitmenschliche Verbundenheit, eigene Anerkennung) werden vernachlässigt und so akzeptiert, wie es uns selbst nicht „gefällt“: man entfremdet sich von wichtigen eigenen Werten und Vorstellungen.

Der Klient ist durch geringe Entwicklungsmöglichkeiten und starren Strukturen, die ihm selbst nicht entsprechen, in seinem ureigenen Lebenssinn entfremdet.

 Und es fällt ihm schwer, andere Menschen zu finden, die diese (von ihm selbst nicht klar erkannten und eben nicht zugelassenen) Bedürfnisse befriedigen können. Erschwert wird dies noch dadurch, dass er sich nicht zumuten möchte und alle Menschen doch sehen sollen, wie gut er doch eigentlich ist. Und gerade dieses „Gutverhalten“ sollen in der Regel ganz bestimmte Menschen auch erkennen. Meist „bindet“ sich der Klient deshalb auch nur ganz fixiert an einen einzigen Menschen (Partner/ExPartner) und andere Kontakte werden eher vernachlässigt. Altruismus, bis zur Selbstaufopferung, Konfliktverleugnung und Konfliktunterdrückung. Verlust eigener Lebensinhalte und – sinn.

So geht es darum, dem Körper die im Krankheitsgeschehen deutlich werdende Lebensaufgabe abzunehmen. Der Patient sollte seinen ursprünglichen Lebenssinn wieder finden – anstelle der Krebszelle, die den Körper findet und erobert. Doch viele Menschen ignorieren oder bagatellisieren ihren Zustand nach der Diagnose, aus Angst vor dem Verlust ihrer gewohnten Ordnung oder ihren vorhandenen Bindungen. Ein Ideal, von dem sie bereits enttäuscht wurden wird weiterhin aufrechterhalten. Sie tun das, was sie schon immer getan wurde und gehen wieder zur Tagesordnung über.

Damit vertun wir eine große Chance.

Denn es gibt sie vielerorts: Spontanremissionen. Bei vielen Krebserkrankungen bilden sich Metastasen ohne medizinische Eingriffe spontan zurück. Auch nach hochgradiger Metastasierung. Eines haben diese heilenden Menschen in der Regel gemeinsam: es wurde eine außergewöhnliche und grundlegende Änderung in der Einstellung zum eigenen Leben ermittelt und vollzogen.